ID: LBWI-66429-12 (Leibnitz.66429.12, FKat. 687-194/4); Bezirk: Leibnitz; Gemeinde: Wildon; KG:
Unterhaus; Gst. Nr.: 10/3; Flur: Schlossberg, Ful, Studentenkogel; BDA-ObjektID: 69451 Bescheid; Zustand/Status: größtenteils ungestört.

Zeitstellung: Hochmittelalter
Befund: Befestigungsanlage

 

Forschungsgeschichte:

Die Wehranlage „Ful" ist seit jeher bekannt; unter Denkmalschutz.
1986+1987: Fundstellenerhebung durch den Archäologen Dr. Gerald Fuchs.
2009: Historisch-topographische Beschreibung durch Dr. Werner Murgg.
2014: Fundstellenerhebung im Rahmen des Projektes InterArch-Steiermark, KPH.


Lage/Beschreibung:

Die hochmittelalterliche Befestigungsanlage Ful befindet sich auf einem markanten Ost–West orientierten Geländerücken der isoliert am bewaldeten Nordabhang des Wildoner Schlossberges hervorragt. Der sogenannte Studentenkogel hat eine extrem steil abfallende Nordseite, eine zu einem in einer Senke vorbeiführenden Altweg steil abfallende Südseite und im Westen und Osten ist die Rippe durch Terrassen gegliedert.

Ful, nach der sich das niederadelige Geschlecht der Fuller benannte, wurde vermutlich um 1200 errichtet.
1184 erscheint als erster Vertreter des Geschlechtes Reinhart Vuller, der als Eigenmann Herzog Otakars genannt wird. Waltherus und Wulfing ab dem Wul erscheinen von 1227 bis 1253 wiederholt im Gefolge der Wildoner. Um die Mitte des 14. Jh. dürfte das auf der Stammfeste sitzende Geschlecht der Fuler ausgestorben sein und die Feste kam an die Rosenberger. 1402 verkaufte Christoph Rosenberger das „Haus genannt das Ful gelegen zu Wyldony" dem Gebhart von Waldstein. Nach wenigen Besitzwechsel gelangte Ful im 17. Jh. in den Besitz von Seifried Fürst von Eggenberg, der das Gut mit seiner Herrschaft Ober-Wildon im Jahre 1667 verband. Auf dem Vischer-Stich von 1681 findet man die Anlage am linken Bildrand unterhalb der Burg Neu-Wildon und dort wird sie bereits als Ruine dargestellt. Ful, wie auch Hengst, diente zur Sicherung des Zuganges auf das Schlossbergplateau.

Gerald Fuchs beschreibt in seinem Begehungsbericht von 1986+1987 Ful als kleinen Wehrbau von ca. 7,00 x 7,00 m von dem noch zum Teil das Mauerwerk sichtbar ist. Nach Murgg (2009) ist an der Nordostecke des kleinen Plateaus ein nur mehr als Futtermauer erhaltener Mauerrest zu sehen. Die erhaltenen Reste der äußeren Schale zeigen qualitätvolles Quadermauerwerk aus der Zeit um 1200. Ansonsten finden sich am Rücken noch geringe Mauerspuren. Am östlichen Hügelfuß dürfte ehemals eine Vorwerk bestanden haben. Der Altweg wurde durch eine Klause gesperrt. Eine Nord–Süd verlaufende Sperrmauer steht noch teilweise und in der südlichen Torwange hat sich das Loch für den Riegelbalken erhalten. Diese Mauer und die nördlich anschließenden Gebäudefundamente, am Plan in Blau dargestellt, dürften ihre Entstehungszeit erst im 14. Jh. gehabt haben.


Bibliographie:

Baravalle 1961: Robert Baravalle, Burgen und Schlösser der Steiermark, Graz 1961, s. v. Wildon, Ful 367.
Burgen 2014: http://www.burgen-austria.com/archive.php? (Wildon-Burgruinen).
DB 1986: UMJ-ARCH, Datenblätter BH Leibnitz S–Z, Wildon (G. Fuchs 1986, 1987).
Ebner 1974: H. Ebner, Beiträge zu den Wildoner Burgen, Mitteilungen des steirischen Burgenvereins 15, 1974, 12.
Frizberg 1989: H. Frizberg, Bemerkungen zur Hengistburg-Forschung, MblKorrHistLKommStmk 2, Graz 1989, 54–64 (58–59).
Kramer 1989: D. Kramer, Aus der Ur- und Frühgeschichte von Wildon, MblKorrHistLKommStmk 2, Graz 1989, 10–36 (13).
Kramer 1992: D. Kramer, Bemerkungen zur Mittelalterarchäologie in der Steiermark, 1. Teil: Burgenarchäologie und Hengistburgfrage, ZHVSt 83, 1992, 41 ff.
Murgg 2009: W. Murgg, Burgruinen der Steiermark, FÖMat B 2, Wien 2009, 88–93.
Obersteiner 1985: G. Obersteiner, Kurze Geschichte der Wildoner Burgen und der Herren von Wildon, Beiträge zur Geschichte des Wildoner Schlossbergs, 1985, 12–15.